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die Gefühle Ernſts Gerda zuwenden würde. Mit einem heroiſchen Muthe, wie deſſen nur eine Seele fähig iſt, welche ſo entſagend und ſo vom Gefühl für das Rechte durchdrungen iſt, wie Alva, antwor⸗ tete ſie, ohne daß eine Muskel in ihrem Geſicht es verrieth, wie tief ſie darunter litt:
— Du haſt Dich ſehr geirrt, Ernſt. Ich hege für Dich die wärmſte Erkenntlichkeit und Freund⸗ ſchaft. Ich bin Dir zugethan als Wohlthäter und
Freund, ja als einem aber Liebe hat mein
Herz nie für Dich gefühlt und kann ſie nie für Dich fühlen.
— O, Alva! Du hätteſt mich ja in meinem Irr⸗ thum laſſen können, damit ich glücklich in demſelben hätte leben können,— rief Ernſt mit Schmerz und ließ ihre Hände los.
— Und mich durch einen Irrthum getäuſcht?
— Aber was bleibt mir jetzt übrig, deſſen es ſich lohnt, daß man dafür lebt?
— PDeine junge, ſtrafbare, aber reuevolle Gattin!
antwortete Alva mild, aber ernſt.
Am folgenden Tage hatte Hermann eine längere Privatunterredung mit dem Baron. Was dabei ver⸗ handelt wurde, wiſſen wir nicht. Beim Frühſtück
waren Alle im Speiſeſaale verſammelt. Gerda zeigte
ſich heiter und ungenirt; Alva war bleich; der Ba⸗ ron kalt und ſteif; die Gräfin Hilda bei offenbar übler Laune. Nach der Mahlzeit äußerte der Baron


