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— Nun, ſo nenne mich Gerda, wenigſtens wenn wir allein ſind; das wird den guten Gott gewiß nicht beleidigen, mich aber glücklich machen. Ich bin ja auch Dein eigenes Schooßkind,— fügte ſie hinzu, rückte den Schemel hin neben Sigrid und legte ihren Kopf auf deren Kniee.
— Sage mir jetzt, kleine Gerda, woran Sie denkt?— fragte Sigrid und ſtreichelte die goldgel⸗ ben Locken.
— Ja, ſiehſt Du, ich dachte daran, daß Ernſt mir immer böſe wird, weil das, was ich thue, Papa gefällt. Welcher von ihnen hat nun Recht?
— Derjenige, welcher Gerda befiehlt, überein⸗ ſtimmend mit dem Worte Gottes zu handeln.
— Aber wenn Papa Unrecht hat und ich un⸗ gehorſam gegen ihn werde, dann verſündige ich mich ja gegen Gottes Gebot?
— Gedenke nur dieſer Worte Gottes:„Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der iſt nicht meiner werth,“— dann wird Gerda auch das Rechte finden. Man ſoll in Allem, was nicht dem Ge⸗ bote Gottes zuwider iſt, ſeinen Eltern gehorchen.
Ein friedlicher Ausdruck ruhte auf Sigrids Zü⸗
gen, als ſie dieſe Worte ausſprach⸗ Gerda ſchwieg. Und damit verlaſſen wir ſie. 3 So war das Kind; wie wird wohl das Weib werden?


