Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 3. Band (1862)
Entstehung
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5 15 Neid zu erwecken. Gegen Alles kannſt du dich ſchüzen,

nur gegen die tückiſche Bosheit nicht die vom Neide

ausgeht. Da hilft weder Tugend noch Herzensgüte, denn nur eine einzige giftige Zunge braucht etwas Verkleinerndes hinzuwerfen, ſo werden Andere mit Begierde es als Wahrheit nachſprechen, Zuſäze machen und einen Makel auf deine Ehre werfen.

Die Maiſonne leuchtete ſo mild, ſo freundlich über Stockholm und ſeine ſchöne Umgebung. Noch dem Thiergarten! Nach dem Thiergarten! ſchien jedes Lüftchen zu flüſtern; aber nicht dahin begab man ſich an dieſem Abend, ſondern man zog nach dem königlichen Theater um in dem vollgedrängten Saale zum erſten Mal Madame Dorbino zu hören. Verſchmachtend vor Wärme und Entzücken, ſtellten ſich die Herren, während die Damen aufſpazierten und ihre Pläze einnahmen, gruppenweiſe vor dem Hauſe auf und weideten ihre Augen bis die Vor⸗ ſtellung begann.

Im Vorſaal auf dem Jacobsmarkt finden wir etliche unge Männer von denen einer ſich durch ſein freies und offenes Auftreten auszeichnet. Die mit abſichtlicher Nachläſſigkeit geſchlungene Halsbinde, die herabgeſchlagenen Vatermörder, der üppige Backen⸗ bart und die Munterkeit ſeiner ganzen Erſcheinung gaben zu erkennen daß er ſeine Zeit und ſein Leben nicht an die Lumpereien verſchwendet hatte womit Garniſonsoffiziere ſich zu zerſtreuen pflegen.

Nun, lieber Aberney, ſagte einer der Herren aus der Gruppe, ein hochaufgeſchoſſener, kerzengera⸗