Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 2. Band (1862)
Entstehung
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bares Mißtrauen gegen den Doctor, welchen er als Lothars Freund betrachtete. Eines Tags brachte Wagner das Geſpräch auf dieſen. Tage verhielt ſich gänzlich ſtill; aber der ſchlaue Arzt, der hinter der Maske der Gleichgiltigkeit ſeine Abſicht verbarg Tage auszuforſchen, merkte nur zu gut wie dieſer, als er ſelbſt von Lothars teichen und ungewöhnlichen Geiſtes⸗ gaben ſprach, ſich hin und her drehte wie wenn er auf dem Roſt läge. Jezt wußte Wagner genug und unterbrach für dießmal alles weitere Gerede über Lothar. Am folgenden Tag ſagte er mit ſeinem Lächeln, während er Tage den Puls ühlte:

Sie müſſen ſich beeilen geſund zu werden, da⸗ mit Sie vollkommen munter ſind wenn wir nach Polermo kommen, und dieß kann bald genug ge⸗ ſchehen wenn der Wind ſich dreht. Wir haben einen hartnäckigen Gegenwind gehabt, und ich wünſche daß dieſer anhäit bis es mir gelungen iſt Sie wie⸗ der herzuſtellen.

Was hat meine Geſundheit mit dem Gegen⸗ wind zu ſchaffen? fragte Tage.

Eigentlich nichts; aber wenn wir nach Palermo kommen, müſſen Sie wohlauf ſein, und da dieß noch einige Zeit anſteht, ſo wünſche ich daß unſere An⸗ kunft daſelbſt ſich verzögere.

Und warum?

Man bereitet Ihnen dort eine Ueberraſchung vor Der Doctor lächelte.

Mir?

Das ſcheint Sie in Verwunderung zu ſezen. Sie kennen doch die Ergebenheit Ihrer Cameraden?