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Der Unglückliche war kein anderer als Tage. Er hatte ſich im Sturz an einem Bootshaken ver⸗ fangen und hing bereits ganz bewußtlos darin. Lothar beſchloß ſein Leben an die Rettung ſeines unver⸗ ſöhnlichen Gegners zu wagen. Unter tauſenderlei Gefahren, wovon nur Seeleute einen Begriff haben, und zu deren Schilderung eine erfahrenere Feder als die unſrige erforderlich iſt, wurden die Anſtren⸗ gungen des heldenmüthigen Mannes, der auch im mißlichſten Augenblick ſeine Geiſtesgegenwart nicht verlor, endlich gekrönt. WMehrere Stunden lang heulte und raste der Sturm noch fort; die Fregatte tauchte auf und nie⸗ der; Lothar ſpürte nichts von dem Peitſchen des Windes, hörte ſein unheimliches Gepfeife nicht; er dachte nicht daran daß er ganz durchnäßt war; nein, in ſeinem Innern war es ſo hell und friedlich.
„Mutter!“ dachte er,„Du wirſt mit Deinem Sohne zufrieden ſein. Jezt, Schuldfried, bin ich würdig von dir geliebt zu werden. Wer iſt heute beſſer, der einſt ſo tief verachtete Canitz oder dieſer Tage, dem Du ihn aufopferteſt? Ach! daß ich eine ganze Reihe ſtolzer und edler Thaten auszuführen ver⸗ möchte, um am Schluß meines Lebens ſagen zu können, mein eigener Werth habe meinen Namen rein gewaſchen! Die meiner unwürdige Schwäche, eine Folge meiner Erbitterung gegen ihn, iſt heute Nacht im Schooße des Meeres begraben worden. Zur Sühnung der Schläge die ich ihm einſt ver⸗ ſezt, habe ich ſein Leben gerettet. Ich habe es jezt gerettet, obſchon mein Herz von der Wunde blutet die ſeine lezte Handlung mir geſchlagen. Ich habe


