Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 1. Band (1862)
Entstehung
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warf ſich in einen Sopha.Wiſſen Sie was, Doec⸗ tor, ich gedenke morgen nach Abo zu reiſen.

Der Doctor wollte eben klingeln, aber bei dieſen Worten ſtellte er die Glocke wieder auf den Tiſch.

Ich glaube, Sie vergeſſen das Läuten, rief Lothar lachend.Meine Reiſe ſcheint Sie dermaßen zu überraſchen daß man es durch die Finſterniß hin⸗ durch ſieht. Was finden Sie ſonſt Wunderliches daran?

Eigentlich nichts Wunderliches, nur kam dieſe Reiſe ſo plözlich.

Was wollen Sie? Ich langweile mich hier, be⸗ ſonders jezt da meine Cameraden beſchloſſen haben abzureiſen

Der Behiente kam um die Kerzen anzuzünden. Lothar befahl Pfeifen und Wein. Er lag auf einem kleinen Sopha und ſang vor ſich hin. Der Doctor

hatte ſich in einen Lehnſtuhl geſezt und ſah mit gleich⸗

giltiger Miene zur Decke hinauf.

An was denken Sie, mein lieber Doctor? fragte Lothar ganz plözlich

Ich dachte an ein Lied das ich heute hörte, ganz dieſelbe Melodie die Sie jezt vor ſich hinſan⸗ gen; aber es wurde mit einer Stimme geſungen dergleichen ich noch nie gehört habe.

Und wie hörten Sie es? Hier in dieſer Wüſte iſt es gar zu unglaublich daß Sie dieſe Arie ſingen hörten. Sie wurde wohl bloß in Ihrer Einbildung geſungen, ſcherzte Lothar.

Ganz und gar nicht. Es war ein junges Mäd⸗ chen das mich mit ſeinen wunderbar klären und

melodiſchen Tönen ſo feſſelte, daß ich unbeweglich