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ihren Wünſchen nicht widerſezen dürfe. Edith wurde alſo ihre eigentliche Wärterin.
Wenn Harm ſich in Folge phyſiſcher oder morali⸗ ſcher Martern auf ihrem Lager hin und her warf, konnte nur Ediths Geſang ſie beruhigen.
Nach ſechs Wochen befand ſie ſich endlich auf dem Wege der Beſſerung und konnte angekleidet da⸗ liegen, wollte aber noch immer Niemand als Edith bei ſich haben. Die Schweſter war ihr nach dieſer Krankheit gleichſam unentbehrlich geworden, und doch hatte die ſtolze und launiſche Harm ſie in ihren Kinderjahren nicht ausſtehen können und in den Jah⸗ ren der Trennung ihr beinahe niemals geſchrieben. Kam dieß daher daß Edith ihre Vertraute geworden war? Nein. Harm beſaß keine ſolche und wollte auch keine beſizen. Ungeachtet die Mutter mit bei⸗ ſpielloſer Uebertreibung dieſes Kind geliebt hatte, war dieſe Liebe gleichwohl nie von der Art geweſen daß ſie das Vertrauen der Lohte können. Das veränderliche, parteili e und unver⸗ trägliche Weſen der Frau Ehrmann wat nicht ge⸗ eignet Achtung oder Vertrauen einzuflößen. Harm liebte ihre Mutter weil dieſe die einzige Perſon wor die ihr als Kind Liebe gezeigt hatte, aber dieſe Er⸗. gebenheit ging von reinem Egoismus aus; ſie er⸗ zeugte kein Bedürfniß nach dem Rathe der Mutter, tein Verlangen nach einem Worte des Troſtes von ihren Lippen in des Lebens bittern Augenblicken Rein, Harm hatte keinen Wunſch von ihren Gefühle ober Leiden mit einer Mutter zu ſprechen der ſie nicht die Fähigkeit zutraute ſie in dieſem Fall zu verſtehen Dabei war Harm einer jener verſchloſſ


