Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 1. Band (1862)
Entstehung
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zu ihrem Gatten beſtimmt ſei. Schon am folgenden WMorgen, als ſie ſeinen Brief empfing, hatte er Ulea⸗ burg verlaſſen und wollte nicht eher dahin zurück⸗ kehren als bis er Harm und Caſpar glücklich wußte.

Das Schickſal begünſtigte auch dieſen Entſchluß Enochs, denn am nächſten Morgen ſollte ſein Vater eine Geſchäftsreiſe nach Abo machen, und Enoch be⸗ nüzte die Gelegenheit ihn zu begleiten.

Als Aberney am Tage vor Harms Verlobung zurückkam, war er allein. Enoch war mit einer Poſt⸗ vacht nach Stockholm weiter gereist.

Bleich als ſollte ſie dem Tode angetraut werden, war Harm an dem Tage wo ſie und Caſpar die Ringe wechſelten, einem Tag den die Väter mit großem Jubel feierten, die Mütter aber mit ganz andern Augen betrachteten. Frau Aberg die zärt⸗ liche Mutter, ſeufzte:

Mein armer Caſpar, ich fürchte daß Harm nicht geſchaffen iſt ihn glücklich zu machen.

Frau Ehrmann hinwiederum dachte:

Meine ſchöne und gefeierte Harm hätte wohl eine beſſere Partie machen können, als daß ſie wie ich Apothekerin wird.

Caſpar ſah glücklich aus, wie es einem verlieb⸗ ten Bräutigam ziemt und anſteht. Victor Aberney war ſo eben erſt Student gewor⸗

den und befand ſich alſo auf dem Verlobungsball als ein recht großer Cavalier, wenigſtens in ſeinen eigenen Augen.