Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 1. Band (1862)
Entstehung
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Ich habe Schläge bekommen weil ich ſingen

kann. Sie ergriff des Vaters Hand und fügte mit kindlicher Verzweiflung hinzu:Nimm mich fort von hier. Ich werde böſe, weil man ſo garſtig gegen mich iſt. Du ſiehſt ſelbſt was für ein unartiges Kind ſie iſt, ſchrie Frau Ehrmann, konnte jedoch nicht mehr ſagen, denn ihr Mann unterbrach ſie mit einem: Schweig Weib, ſonſt... Er nahm die kleine Toch⸗ ter am Arm und ging hinaus.

Was um Gotteswillen hat er vor? dachte Roſa, die ihn über den Salon und die Treppen hinab gehen hörte. Die Thüre öffnete ſich und fiel wieder zu. Frau Roſa ſprang ans Fenſter und ſah ihren Mann mit der Tochter am Arm quer über den Weg zu Aberneys gehen. Als er eine Stunde nachher wieder nach Hauſe kam, war er allein. Edith war bei Tante Debora gelaſſen worden.

Die Erklärung die jezt zwiſchen den beiden Gat⸗ ten erfolgte, belehrte Roſa auf eine ſchreckliche Weiſe daß ſie für immer die Ergebenheit verloren welche ſie einſt beſeſſen hatte.

Nach einigen Wochen kam Ehrmanns Schweſter Sara auf Beſuch nach Uleaburg. Sie hatte jezt ihre Verwandten in Schweden verloren und wollte daher ihre Geſchwiſter wieder ſehen, mit denen ſie ſeit ihrer Kindheit nicht mehr zuſammen getroffen war. Sie war unverheirathet und beſaß ein ſehr anſehnliches Vermögen.

Nachdem ſie den Sommer in Uleaburg zugebracht, kehrte ſie im Herbſt nach Schweden zurück und nahm Edith mit. Sie hatte es üb ernommen das Mädchen