dern alles that um ihr Zuſammenleben zu verbittern. Die Liebe die er ihr einſt gewidmet, verwandelte ſich ſo allmählig in Kälte und Bitterkeit, und er ſuchte außer dem Hauſe die Annehmlichkeiten die ihm daheim fehlten.
Wie alle Männer die ſich ſelbſt lieben, hatte Ehrmann innigſt gewünſcht, ſeine Frau möchte ihm einen Sohn ſchenken; aber auch hierin begünſtigte ihn das Schickſal nicht. Erſt nach ſechsjähriger Ehe wurde ihm eine Tochter geboren. Aberney hatte damals zwei Söhne, Caſpar und Enoch, der ältere fünf, der jüngere drei Jahre alt.
Im Verdruß darüber daß das Kind ein Mäd⸗ chen war, taufte Ehrmann ſie Harm. Ein Jahr darauf bekam ſeine Frau wieder eine Tochter. Er wurde darüber ſo ärgerlich daß er ſagte:
„Dieſes Kind iſt für mich wie wenn es nicht ge⸗ boren wäre. Ich werde es nie anreden, ſondern thun als ob es gar nicht vorhanden wäre.“
Das Mädchen erhielt von ſeiner Mutter den Namen Edith. Im ſelben Jahre war die Familie Aberney wiederum durch einen Sohn vermehrt wor⸗ den. Alſo drei Knaben, während der unglückiche Ehrmann nicht einen einzigen beſa
Jahre verfloßen; die Kindet d beiden Freunde wuchſen heran.
Schon bei der Geburt Harms beſtimmten die Väter ſie und Caſpär für einander, was damols gänz gewöhnlich war. Dadurch ſollte das alte Freundſchafts⸗ und Familienband noch feſter gelnüpft werden. In Folge dieſer Uebereinkunſt wurde Ca⸗
ſpar der große Liebling Ehrmanns Man beſchloß
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