Teil eines Werkes 
Schuld und Unschuld : Roman : 1. Band (1862)
Entstehung
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ar 5 Sympathie unter denj

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Ehrmann heirathete eine junge Schwedin die als Gouvernante bei einem ſeiner Verwandten wohnte.

Roſa Strom, ſo hieß ſie, hatte zwar Anfangs eine entſchiedene Abneigung gegen ihn gezeigt, aber Ehrmann ließ ſich dadurch nicht abſchrecken. Er dachte: Friſch begonnen iſt halb gethan, und ſo fuhr er fort zu beſtürmen, bis ſie ſich eines ſchönen Tags ihen ließ und Ja ſagte. Sein Freund Aberney hatte ihm indeß aufs Ernſtlichſte von dieſer Verbindung abgerathen.

Siehſt Du nicht, lieber Ehrmann, pflegte er zu ſagen,daß das Mädchen gar kein Gefühl hat? Gelingt e Dir ihre Pand zu erhalten, ſo wirſt Du gewiß unglücklich. Du gibſt Dein Herz hin und empfängſt dafür nur Kälte und Gl eichgiltigkeit, was Du weniger als irgend ein Anderer ertragen kannſt. Im Uebrigen haſt Du, wie ich, unvermiſchtes finni⸗ ſches Blut in Deinen Adern; Du ſollteſt kein ande⸗ res als ein finniſches Mädchen heirathen. Gleiche Kinder ſpielen immer am beſten, das bedenke wohl.

Solche Worte wirken nicht, wenn ſie an einen Verliebten gerichtet werden. Ehrmann achtete nicht darauf. Er wurde vollſtändig von ſeiner Nei⸗ gung beherrſcht, und das Ende vom Lieh war daß er und Roſa am ſelben Tag Hochzeit nächten wie Aberney und Debora.

In Folge der Freundſchaft der beiden Männer ſuchte auch Debora ſich ihrer Schwägerin zu nhern jungen