Teil eines Werkes 
Der Rechte : Erzählung : 3. Band (1864)
Entstehung
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ſiel Stephan ein.Ach Gurli, wir haben beide aus Stolz den rechten Weg verfehlt, und deßhalb flohen Glück und Frieden davon. Jetzt, meine theure Gattin, haben wir die ſelige Luſt geſucht und gefun⸗ den, welche aus einer reinen und heiligen Liebe er⸗ blüht. Wir dürfen deßhalb wagen, auf die Zukunft zu hoffen.

Stephan drückte einen Kuß auf Gurli's Stirne, und die Sterne ſchauten freundlich auf die beiden Gatten nieder.

L.

Die Zukunft täuſchte dieſe Hoffnungen nicht, ſon⸗ dern hielt, was ſie verſprach. Birgersborg's Mauern umſchloſſen fortan ein ebenſo wahres als wirkliches Glück, wie ſie vordem Zeugen ſchweren Kummers und grauſamer Leiden geweſen.

Gurli wurde für ihren Mann ſein guter Genius und für ihre Untergebenen ein heilbringender Engel, welcher mit Kraft und Eiſer an deren moraliſcher wie ökonomiſcher Wohlfahrt arbeitete.

Stephan war und blieb im ganzen Bezirke als Richter geachtet und geehrt.

Eliſabeth war fortwährend Gurli's beſte Freundin. Ihren großen Reichthum wandte ſie ausſchließlich zu wohlthätigen Zwecken an.

Walter, welcher ſeit Falkenſtern's Tod Niemand ſo innig wie Gurli geliebt hatte, verlebte ſeine alten Tage bei ihr, gewartet und gepflegt, wie wenn er Gurli's Vater wäre.

Schwartz, Der Rechte. III. 8