248 Das Dunkel im Veſtibule hinderte Allon, den
Ausdruck in Gurli's Angeſicht zu unterſcheiden;
aber der kalte Ton ſagte ihm, daß er unmöglich froh und heiter ſeyn konnte.
„Du willſt ſomit die Gäſte nicht willkommen heißen?“ fragte er.
„Wünſcheſt Du es?“
„Wenn dem ſo wäre, würdeſt Du meinen Wunſch erfüllen?“
Gurli gab keine Antwort, ging aber mit leichtem
Schritt auf die Saalthüre zu.
In der nächſten Minute war ſie eingetreten.
Rit jener ebenſo nachläſſigen, als ſtolzen Haltung, welche Gurli's Weſen kennzeichnete, ging ſie auf Ma⸗ dame Teverino zu, welche ihr entgegeneilte.
„Guten Abend, Madame,“ ſagte Gurli,„ich hoffe, daß Sie ſich wohl befinden und von der Reiſe nicht allzu ſehr ermüdet ſind.“
Madame Teverino hatte ſehr wohl bemerkt, daß Frau von Stral ſie nicht willkommen geheißen hatte.
Sie beantwortete die etwas trockene Begrüßung
mit den verbindlichſten Worten und auf die ſchmeichel⸗
hafteſte Weiſe; ſprach von ihrer Freude, noch einmal
in dem göttlichen Birgersborg zu weilen u. ſ. w. Mit unterdrückter Ungeduld hörte Gurli ihre
Rede an und wandte ſich darauf um, nach Amy zu
ſehen..
Madame Teverino bemerkte, wie Gurli ſich rings
im Zimmer umſchaute, und verſtand, daß dieß ihrer
Tochter galt. Sie rief Amy, welche auf die Terraſſe hinausgegangen war. Sie kam, aber nicht allein, ſondern begleitet von
Stephan.


