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ſtern'ſchen Reichthümer geerbt haben. Glauben Sie mir, dieſelben werden Ihnen das Leben ſo verbittern, daß Sie, um ſich ein beſſeres Loos zu ſchaffen, ſchließ⸗ lich zur Aufhebung des Ehecontrakts ſich herbeilaſſen. Wenn Sie ſomit ſich ſelbſt entwaffnet haben, werden Sie erſt lernen, wie weit die menſchliche Bosheit un⸗ ter der Larve der Frömmigkeit zu gehen vermag. Ich beſchwöre Sie darum, bedenken Sie, was Sie thun. Geſtehen Sie Nichts zu, wodurch die Macht des Gel⸗ des in Ihres Mannes Hände gelangt. Sein Charak⸗ ter iſt ſchwach; der Einfluß ſeiner Mutter und des Andern größer, als Sie ahnen, und er wird unbedingt von jedem Rechte, welches Sie ihm in dieſer Hinſicht gewähren, Mißbrauch machen.“
Es lag Etwas in Walter's Ton, das Gurli Schauder einflößte. Der treue und zuverläſſige Freund von deren Kinderjahren her faßte ihre Hände und ſah ſie mit ſeinen ſchwarzen und ausdrucksvollen Au⸗ gen an, ſo flehend, als ob es ſich um ſein eigenes Leben hondelte.
Gurli ſeufzte unwillkürlich.
Vielleicht fühlte ſie in der Tiefe ihrer Seele, daß Walter eine Prophezeiung ausſprach.
„Mein Freund,“ ſprach ſie jedoch mit Feſtigkeit, „deine Anhänglichkeit an mich macht dich ungerecht und ängſtlich. Mein Mann wird niemals gemeinſame
Sache mit der Tante und dem Prieſter machen, um mir das Leben zu verbittern, davon bin ich vollkom⸗
men überzeugt. Sollte aber auch etwas ſo Ungereim⸗ tes eintreten, ſo iſt doch Gurli Falkenſtern keine von
enen Frauen, auf deren Haupt man endloſe Leiden
häufen kann, ohne daß ſie ſich gegen den Druck empört. Sie weiß recht gut, wie weit ſie gehen ſoll, und bis zu welcher Grenze die menſchliche Geduld ausgedehnt


