220
dir und deiner Gattin Umgang pflegen zu können; aber ſowohl deine Mutter, als ich, wir wagen uns nicht über die Schwelle von Gurli's Heimweſen. Wäre dieß dein oder euer, ſo würde ich mit Freu⸗ den unter dieſes Dach treten; aber nun verbleibe ich dein davon entfernter aber ergebener Freund und Bruder in Chriſto Grünlund.“
Die Wirkung dieſes Briefes war ganz ſo, wie der Schreiber ſie beabſichtigt hatte.
Anſtatt in Eliſabeths Entfernung einen Beweis von Gurli's Anhänglichkeit zu erkennen, betrachtete Allon ſie als Etwas, das Gurli ſelbſt begehrt, und zu deſſen Erreichung ſie nur Allon's ausgeſprochenen Wunſch benützt hatte. Eliſabeths Gegenwart erſchien Stephan unangenehm, und darum war Gurli recht froh geweſen, ſie zu verabſchieden, ehe Stephan nach Birgersborg kam.
Allon's Inneres gerieth in Flammen. Er empfand die größte Erbitterung gegen Gurli bei der Vorſtel⸗ lung, daß er nur ein Spielball zur Beförderung ihrer eigenen Intriguen geweſen.
Daß Gurli Tante Katharina nicht beſucht hatte, fand nun einen natürlichen Erklärungsgrund. Sie wußte, daß Stephan nicht dort war. Und endlich: Gurli's Abneigung gegen die Teverinos kam ſomit nur daher, daß ſie eiferſüchtig auf Amy war; aber nicht wegen der Aufmerkſamkeit, welche Allon derſelben bewies, ſondern wegen des Wohlgefallens, das Stephan an der Italienerin fand.
Man konnte nichts Schändlicheres ſich denken, als ihr Benehmen, und er war einfältig genug ge⸗ weſen, ſich einen Augenblick dadurch bethören zu laſſen. Jetzt hatte er Alles klar vor Augen, und auch die


