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ſie nicht ihren Gäſten davon, wie ſie gerade thut— aber es iſt wahr, ſie iſt reich und braucht ſich nicht zu geniren, am wenigſten gegenüber von Verwandten, welche kein Vermögen haben.“
Frau O. ſagte darauf Etwas, das weder eine Beſtätigung noch eine Verneinung von der Wahrheit deſſen enthielt, was„die gnädige Frau“ geäußert hatte. 8 dagegen naähm Gurli's Partei, aber ohne
vfolg. Beate war es gelungen, Frau O. die Ueberzeu⸗ gung einzuflößen, daß Gurli ſich niemals dieſe un⸗ artige Aufführung gegen Perſonen, die ihr an Reich⸗ thum gleich ſtänden, erlauben würde; und als Gurli wiederum auf der Terraſſe erſchien, war Frau O. allerdings äußerſt artig, aber in ſich empfand die würdige Frau wirklich einen gewiſſen Verdruß über Gurli's Benehmen.
Zugegeben muß auch werden, daß Gurli's Art und Weiſe ungemein eigenmächtig war. Sie genirte ſich vor Niemand, kam und ging, redete und ſchwieg, ohne die geringſte Rückſicht auf ihre Eigenſchaft als junges Mädchen, oder als Wirthin zu nehmen.
Aber auf der andern Seite bezeigte ſie Tante Katharina einen viel höhern Grad von Aufmerkſam⸗ keit, als man von ihr erwarten konnte. In ihrem Be⸗ nehmen gegen dieſe vergaß ſie ſich niemals, obwohl ſie gegenüber von allen andern die Rückſicht, welche ſie ihren Gäſten ſchuldig war, außer Acht zu laſſen ſchien.
Auch den Reſt des Abends ſetzte Stephan ſeine Unterhaltung mit Eliſabeth fort. Nicht ein einziges Mal heftete er ſeinen Blick auf Gurli, mochte ſie nu ſcherzen, oder disputiren, oder mit Entzücken irgend eine Landſchaft beſchreiben, oder auch nachdenklich auf das, was Blom redete, horchen.


