unordentlichen Haare fertig zu werden, und darüber verging die Zeit.“
Che Tante Katharina ein Wort erwiedern konnte, hatte Gurli die Arme um ſie geſchlungen und ſie geküßt.
„Nun, das muß ich ſagen, muß ich ſagen, das Mädchen—“, brummte die Alte, jedoch nicht ohne freundlich dabei zu lächeln.
So liebreich hatte Gurli ſich niemals zuvor gegen ſie gezeigt. Sicherlich aber war dieß der erſte Kuß, darauf hätte Tante Katharina ſchwören können.
Drinnen im Salon verſtummte das Geſpräch. Jedermann hatte Gurli's Stimme erkannt, und man wartete mit geſpannter Neugierde auf ihren Eintritt.
Den nächſten Augenblick kam ſie zum Vorſchein, Tante Katharina an der Hand haltend.
„Willkommen, Verwandte und Nachbarn!“ ſagte ſie und begrüßte alle im Salon befindlichen Perſonen mit einer einzigen Verbeugung.
Darauf führte ſie Tante Katharina zu dem obern Ende des Sopha's.
„Hier iſt der Platz der Tante,“ ſprach ſie.„Vor allen hier Verſammelten iſt die Tante nicht blos durch ihr Alter, ſondern auch durch ihren höhern Menſchen⸗ werth dazu berechtigt, den erſten Platz unter uns ein⸗ zunehmen.“
Die reiche Gurli Falkenſtern drückte nun die Hand der Alten an ihre Lippen, als wollte ſie damit allen ihren Gäſten den Beweis geben, wie hoch ſie die alte Frau zu ſchätzen wußte.
Dann warf ſie einen Blick im Zimmer umher. Als ihre Augen auf Magiſter Blom fielen, eilte ſie auf ihn zu und begrüßte ihn mit aller der Herz⸗ lichkeit und Freude, welche ſie bei ſeinem Anblick


