Er legte den Hut neben ſich hin und fuhr mit der Hand über die Stirne, indem er hinzuſetzte:
„An einem ſo ſüßen und ſchönen Sommeraben fühlt man recht bitter die Verluſte, wovon das Herz betroffen wurde, da es ſich Alles geraubt ſah, was ihm theuer geweſen war. Die lächelnde Natur bildet dann einen ſcharfen Kontraſt zu unſerer innern Ar⸗ muth.“ „Jo, im Fall wir nicht gelernt haben, mit Er⸗ gebung unſer Geſchick zu tragen und durch Genügſam⸗ keit ihm ſo viel als möglich von ſeiner Bitterkeit zu benehmen,“ erwiederte Anna.
Falkenſtern zuckte die Achſeln und hob dann, ohne auf Anna's Bemerkung eine Antwort zu geben, wieder an: 5
„Woran dachteſt Du, als ich hieher kam und Dich ſtörte?“ Wenn ich es Dir ſagte, würdeſt Du wieder die Achſein zucken und mitleidig über mich lächeln.“
„Sehr möglich, aber was macht das? An einem ſo ſchönen Abend kann man aufrichtig ſeyn, blos um des Vergnügens willen, das man davon hat.“
„Sehr wahr.. Nun wohl, ich dachte, wie ſehr ich Gott zu danken habe, daß ich mich glücklich und mit meinem Looſe zufrieden fühle.“
„Wie lang iſt es, daß dein Mann geſtorben?“
Die Stimme klang ironiſch.
„Es ſind vier Jahre, daß ich Wittwe bin.“
„Und Du haſt nicht blos aufgehört, ihn zu ver
miſſen, ſondern fühlſt Dich ſelbſt glücktich als Wittw
„Man vermißt immer das Glück, welches me verloren hat; aber dieſe Sehnſucht darf mich ni gegen das verblenden, deſſen ich mich noch erf
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