Teil eines Werkes 
Der Rechte : Erzählung : 1. Band (1864)
Entstehung
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den Sohn ihres Oheims, ſo daß ſie ſelbſt davon ge⸗ rührt wurde. Mathilde ſeufzte und gedachte nur mit einigen Worten ihrer Kränklichkeit. Mit einem Blick zum Himmel fügte ſie dann hinzu, welche Gnade es von Gott ſei, daß er ihr vergönne, in dieſem ſchönen Bir⸗ gersborg zu weilen, und für die kurze Zeit, die ſie noch zu leben habe, ein wenig Kräfte zu ſammeln u. ſ. w. Bengt Falkenſtern gab auf alle dieſe Aeußerungen keine Antwort. Seine ſtrengen Augen hefteten ſich während des ganzen Frühſtücks auf Niemand anders als auf Anna. Reden war Etwas, womit er ſeiner Anſicht nach, ſich nicht zu beſchweren brauchte; er über⸗ ließ einer jeden der Anweſenden, ſich mit Schweigen oder Sprechen zu unterhalten, wie es ihnen beliebte. Ein paarmal, als Tante Beate ihm eine ganze Maſſe Schmeicheleien über ſeine Güte u. ſ. w. ſagte, nickte er artig mit dem Kopf und lächelte; aber ob dieſes Lächeln Befriedigung oder Ironie ausdrückte, war ſchwer zu entſcheiden. 3 Tante Katharina ließ ſich nicht ſehen, und die Einzige, welche nach ihr fragte, war Anna. Nach beendetem Frühſtück näherte ſich Falkenſtern der Thüre, nachdem er ſich gegen die Damen verbeugt und ſie aufgefordert hatte, ganz ſo zu thun, als ob ſie zu Hauſe wären. Er legte die Hand auf das Schloß, drehte aber in demſelben Augenblick den Kopf noch ein wenig um und ſagte:.

Erlaube mir, beſte Anna, einige Worte mit Dir ellein zu reden.

Anna ging zu ihm hin. Willſt Du nicht deinen Hut nehmen und mich hegleiten, ſo können wir auf unſerer Promenade es bmachen. Schwartz, Der Rechte. I. 2