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die Zimmer hinaufzuſchaffen, wo deren Gebieterinnen ihre Wohnung aufſchlagen ſollten.
Dieß war jedoch keine ſo leichte Sache, denn Tante Katharina, welche auf der Treppe, mit Wälter an der Seite, ſtand, machte nicht im Geringſten Miene, ihnen nachzuweiſen, wo dieſe Zimmer gelegen
waren.
Walter ſtarrte die Geſellſchaft an und dachte: „Wird denn dieſe ganze Sippſchaft wirklich ſich hier einquartieren?“
Hinter Tante Katharina und dem Mulatten wurden verſchiedene Köpfe des Dienſtperſonals ſicht⸗ bar, welches die angelangte Karavane mit großer Ver⸗ wunderung in Augenſchein nahm.
Niemand rührte ſich von der Stelle, als Kapitän Falkenſtern den Befehl gab, die beiden Mägde nach den Gaſtzimmern zu weiſen. Der Kapitän wurde 6 ungeduldig und wiederholte ſein Gebot mit Hef⸗ tigkeit. „Walter, ſorge ſogleich dafür, daß dieſe Sachen in die Gaſtzimmer hinauf gebracht werden.“
„Ja, Herr Kapitän, das würde ich mit Vergnü⸗ gen thun,“— antwortete dieſer—„wenn ich nur wüßte, wo dieſelben gelegen ſind. Wir haben ſeit vier Jahren keine Gäſte empfangen und
„Die Zimmer ſind nicht in Ordnung,“ fiel Fal⸗ kenſtern ein.„Nun, in dieſem Fall kann wohl die Wohnung im obern Stock benutzt werden.“
„Die Zimmer der gnädigen Frau ſelig!“— rief Walter und verdrehte ſeine großen ſchwarzen Augen, als ob er es für eine Entweihung hielte, wenn Je⸗ mand hier ſeinen Aufenthalt nehmen wollte. Aber ohne einen weitern Befehl von dem Herrſcher des Hauſes abzuwarten, wandte er ſich zu ein paar Die⸗
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