145⁵
Glück gebettelt haben, Dich mein zu nennen. Nun iſt es anders: Du biſt reich, ich bin arm, und darum muß ich fort, um eines Tages wiederzu⸗ kommen, wenn wir beide gleich an Reichthum ſind. Wären wir beide gleich arm, dann würde ich Dich bitten, das Wenige mit mir zu theilen; aber nun, da Du reich biſt, ich arm bin, könnteſt ſelbſt Du die Uneigennützigkeit meiner Liebe bezweifeln. Ich ſelbſt wäre argwöhniſch und würde immer ein Verkennen von deiner Seite befürchten.“
Während Alrik ſprach, war in Gabriella's An⸗ geſicht eine eigenthümliche Veränderung vorgegangen, und ein Gepräge von Entſchloſſenheit, das hier ſonſt fremd erſchien, zum Vorſchein gekommen.
„Alſo, wenn ich arm wäre, dann..
„Dann ſollte keine Macht der Erde Dich von mir ſcheiden; aber Du biſt reich, Gabriella! Man hat mir dieß vorgerückt, und“— er fuhr mit der Hand über die Stirne,“ darum muß ich fort.⸗
„Auch wenn.. wenn. die Trennung für mich der Tod wäre?“
Alrik ergriff wiederum mit Heftigkeit ihre Hände, drückte ſie leidenſchaftlich an ſeine Bruſt und ließ ſie dann wieder los, indem er ſagte:
„Gabriella, angebetetes Weib, ich werde wieder kommen, wenn ich reich bin. Meine Ehre, mein Stolz fordert dieß.“
Er drückte ſie an ſeine Bruſt und eilte dann aus dem Zimmer.
Gabriella ſah ihm mit einem unbeſchreiblich mil⸗ den Lächeln nach und flüſterte:
Schwartz, Ein Opfer der Rache. H. 10


