Teil eines Werkes 
Ein Opfer der Rache : Erzählung : 2. Band (1864)
Entstehung
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Clara's Worten, was die Ueberzeugung einflößt, daß ſie Wahrheit redet.

Ernſt und Birger, ja ſo gar der, wie es ſchien, verſteinerte Alrik blickten mit Ueberraſchung auf Gabriella, ſo ungewöhnlich war es, daß ſie ſich direkt in das Geſpräch miſchte.

Sie ſetzte lächelnd hinzu:

Sie verwundern ſich, daß ich mit Aufmerkſamkeit an dem, was geſprochen wird, Theil nehme; aber ich habe jetzt erſt zu fühlen angefangen, daß ich lebe. Laſſen Sie uns darum hören, was Clara über die Liebe zu ſagen hat.

Gern, erwiederte Clara,meine Anſicht von der Sache iſt folgende: ich glaube, die Vorſehung habe das Vermögen zu lieben in das Menſchenherz als ein abſolutes Gegengewicht gegen alle unſere egoiſtiſchen Begierden niedergelegt; die Liebe ſei das Gefühl, welches uns über die eigenen Intereſſen erhebe und in ſeiner Natur etwas ſo Hohes, ſo Edles, ſo Reines und ſo wirklich Himmliſches be⸗ greife, daß es in ſeiner eigenen Exiſtenz ſein größtes Glück finde. In dem Vermögen, zu lieben, liegt ja das höchſte Glück; in dem Vermögen, ſich ſelbſt zu vergeſſen, der größte Genuß, und ſomit, erwiedert oder unerwiedert, nah oder fern von dem Gegen⸗ ſtand unſeres Gefühls, muß die Liebe unſere höchſte Freude und Glückſeligkeit ſein. Das Leben wird durch ſie ſchöner, wir ſelbſt werden dadurch verebelt

und zur Nachſicht gegen Andere geſtimmt.

Dieſer meiner Auffaſſung zufolge muß die Liebe das am mindeſten egoiſtiſche Gefuͤhl in unſerem Innern ſein, und demgemäß kann ſie nicht zur größ⸗

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