Teil eines Werkes 
Ein Opfer der Rache : Erzählung : 1. Band (1864)
Entstehung
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„Soll unſer alter Streit ſchon wieder beginnen?“ ſagte Ernſt bekümmert.

„Nein, zum Teufel, mein lieber Ernſt,“ rief Alrik;„aber meine verdammte Heftigkeit verleugnet ſich niemals, und deßhalb gerathe ich, wie Du Dich wohl erinnerſt, bei dem geringſten Widerſtand in Feuer und Flammen.“

„Du verlangſt, daß Alles ſich einzig Deinem Willen fügen ſoll.“

„Und es müſſen vor ihm auch alle Hinderniſſe aus dem Wege geräumt werden, wie ich Dir ſo⸗ gleich zu beweiſen gedenke;— denn was ich will, ſtützt ſich immer auf Vernunftgründe. So zum Bei⸗ ſpiel kann ich Dir erzählen, daß ich ſchon zweimal mit Frau von Saint Sue geſprochen habe und

ihr von nun an jeden Tag einen Beſuch machen

werde.“

„Was ſagſt Du, Alrik?“ rief Ernſt und wandte ſich mit einer Purpurröthe auf den Wangen raſch zu dem Bruder herum.

„Die Wahrheit, und ſieh, dieß iſt alſo zuge⸗ gangen.“

Alrik erzählte nun, wie er Gabriella's Bekannt⸗ ſchaft gemacht hatte, und wie ſeine beiden Beſuche am vorangegangenen Tag ausgefallen waren.

Während Alrik ſprach, war die Farbe wieder von Ernſts Wangen verſchwunden und hatte einer tiefen Bläſſe Platz gemacht. Alrik bemerkte dies wohl, ſtellte ſich aber, als ſähe er es nicht.

„Du begreifſt alſo, mein lieber Ernſt, daß Du, nach dem Eindruck, welchen Dein Geſang auf Frau

„