137
ſich in den Sopha zurücklehnte, gezwungen, an der Unterhaltung Theil zu nehmen. 5
Die Zeit war ſchnell verfloſſen, und Clara, welche das lebhaften Gemüthern eigenthümliche Vermögen, an Alles zu denken, beſaß, meinte, es wäre doch allzu mager, von der bloßen Converſation zu leben, unterbrach das Geſpräch auf einen Augenblick und ging hin, um der Haushälterin den ungeheuerlichen Befehl zu ertheilen, ein Souper für ſie alle zu richten.
Mamſell Gertrud traute kaum ihren Ohren;
aber es half nichts, der Befehl war beſtimmt, und ſie mußte Hand ans Werk legen.
Als Clara in den Saal zurückkehrte, hatte Alrik angefangen von ſeinen Reiſen zu erzählen, und richtete nun das Wort direct an Gabriella.
Er beſchrieb ſeinen Aufenthalt in Griechenland und in den ausgegrabenen Städten Pompeji und Herkulanum mit ſo viel Leben und Poeſie, daß er Gabriella unwiderſtehlich nöthigte, auf ſeine Worte zu horchen. Ja, was noch mehr war, es gelang ihm, ihr ſolches Intereſſe einzuflößen, daß ſie ver⸗ ſchiedene Fragen an ihn ſtellte; und als das Wort: ſervirt das Geſpräch unterbrach, ſchien Gabriella ganz beſtürzt darüber, nicht nur, daß die Zeit ſo weit vorgerückt war, ſondern auch, daß ſie mit einem Fremdling ſoupiren ſollte.
XX.
Am folgenden Morgen, als Ernſt im Begriff war, ſich anzukleiden, trat Alrik bei ihm ein.


