Teil eines Werkes 
Ein Opfer der Rache : Erzählung : 1. Band (1864)
Entstehung
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ſein Leben lang das Brandmal an ſich trüge, als hätte es, wenn auch unfreiwillig, einen Mord auf ſeinem Gewiſſen. So ſehr er von dem ſchrecklichen Ereigniß niedergebeugt war, ſuchte er doch ſeine Toch⸗ ter vor einem ſo traurigen Rufe zu ſchützen.

Die Oberſtin hatte bei der Nachricht von dem Unglück mit Stark und bei dem Anblick ihres Kin⸗ des, das man bewußtlos herbeibrachte, vor Schrecken einen Blutſturz bekommen, und einige Tage nach Starks Beerdigung lag auch ſie im Sarge.

Unter dem Gewicht dieſer Schläge, die er als eine Strafe Gottes betrachtete, völlig vernichtet, ſaß der Oberſt, ein leibhaftes Bild ſtummer Verzweiflung, an dem Krankenbette ſeiner kleinen Tochter und fürch⸗ tete jeden Augenblick, auch ſie würde ihm entriſſen werden.

Den Tag vor dem Begräbniß der Oberſtin fuhr eine Chaiſe im Hofe von Broborg vor, und aus der⸗ ſelben ſprang ein hochgewachſener, ſchlanker Jüngling von vortheilhaftem und energiſchem Ausſehen.

Er fragte nach dem Oberſt und wurde, als er ſeinen Namen nannte, in ein vot dem Krankenzim⸗ mer der kleinen Gabriella gelegenes Kabinet geführt; dort traf er den Oberſt.

Auf der Stirne des früher ſo ſtolzen und über⸗ müthigen Mannes ſtand jetzt mit unauslöſchlichen Zügen ein tiefer, überwältigender Gram geſchrieben.

Sind Sie Birger Ek, des alten Starks Toch⸗ terſohn? fragte der Oberſt den eintretenden Jüngling.

Ja, Herr Oberſt, antwortete Birger ſich ver⸗ beugend.

Durch meinen Brief wiſſen Sie, daß Ihr Groß⸗