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„Mama, ich habe ſie einem Kinde gegeben, das zerriſſene Kleider hatte.“
Die Oberſtin war ſchon, als das Mädchen ſieben Jahre zählte, Willens geweſen, eine Lehrerin für ſie anzunehmen, aber der Vater hatte mit Beſtimmtheit erklärt, ſie ſollte ihr erſtes Jahrzehnt, ohne daß ſie vom Leben etwas Anderes, als deſſen Freuden ken⸗ nen lernte, zurücklegen und mit vollen Zügen die Luſt ihres Daſeins und der unſchuldigen Kinder⸗ jahre genießen.“
In dieſem Sinn hatte ſich der Oberſt oft gegen den alten Stark geäußert, wenn er den Spielen und Uebungen des Veteranen und ſeiner Tochter zuſah, und dann hatte Stark einen ſonderbaren Blick auf den Oberſt geheftet und dazu bemerkt:
„Gut geſprochen, Herr Oberſt; die Freude kann in der Zukunft Gabriella nur ſehr dürftig beſchieden ſein. Sie kann ja für den Reſt ihres Lebens zur Fahne des Kummers zu ſchwören haben.“
Eines Tags waren Stark und die kleine Gabriella ausgeritten. Der alte Dragoner erzählte von dem letzten finniſchen Kriege, und das Mädchen ließ ſein kleines Pferd im Schritte gehen, um auf Schilde⸗ rungen zu lauſchen, welche ſchon unzählige Mal ge⸗ hört worden waren, jedoch immer und immer einen neuen Reiz gewährten.
Als der Alte geſchloſſen hatte, ſagte ſie:
„Und als Du mit dem ſchönen Pfennig da auf der Bruſt heimkehrteſt und ihn Deinen Kindern zeig⸗ teſt, da biſt Du wohl recht erfreut geweſen?“
„Ich hatte nur ein Kind,“ antwortete Stark


