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Der einzige Kummer, den der Oberſt empfand, war der, daß er keinen Sohn hatte; aber da ſeine Gattin ſich im Beſitz ihrer kleinen Tochter glücklich fühlte, wurde das Mädchen bald auch des Oberſts Augapfel.
Es gewährte in der That einen eigenthümlich entzückenden Anblick, zu ſehen, wie die junge ſchöne Frau dem beinahe ſechzigjährigen Mann eine Liebe weihte, die bei ihrer ungeſuchten Einfachheit ſich zu⸗ gleich ſo aufrichtig darſtellte, daß ſie Vertrauen und Bewunderung wecken mußte. Verfinſterte zuweilen eine Wolke, oder eine düſtere Erinnerung über ſein verfloſſenes Leben die Stirne des Oberſts, ſo war ſie alsbald an ſeiner Seite und verjagte dieſelbe durch ihren Frohſinn und ihre Zärtlichkeit.
Der alte Stark war ſogleich nach der Heimkehr des Oberſts von dieſem überredet worden, ſeinen Wohnſitz in Broborg zu nehmen; und hier hatte der alte Dragoner ſeitdem gelebt und war der treue Hüter und Begleiter der kleinen Gabriella von dem Augenblick an geweſen, da das Kind ſeine erſten Schritte zu machen anfing.
Zwiſchen dem Mädchen und dem Veteranen hatte ſich eine innige Freundſchaft entwickelt. Der Alte war der Günſtling und Vertraute des Kindes. Die⸗ ſes hinwiederum ſchien der Liebling des Greiſes zu ſein, obwohl er zuweilen einen ſonderbaren Blick auf daſſelbe heftete, deſſen Ausdruck zu erklären, ſehr ſchwer gehalten hätte.
Oberſt Werner hatte ſeine Tochter aufwachſen laſſen, als ob es ein Knabe gewefen wäre. Nie⸗ mals hatte das Mädchen andere Kleider, als weite


