VI.
In einer der abgelegenſten Straßen von einer der Pariſer Vorſtädte lag in dem vierten Stock⸗ werk eines Hauſes eine kleine Kammer.
Der, welcher dort wohnte, befand ſich außer des Nachts nur ſelten daheim.
Es war ein junger Savoyarde.
Er hielt ſich ſchon einige Jahre in Paris auf und brachte ſeine Tage auf den Straßen zu, wo er den Inhalt ſeiner kleinen tragbaren Boutique laut rufend feil bot.
Seit zwei Tagen war der junge Savoyarde krank und konnte ſeine Wohnung nicht verlaſſen.
Er hatte ſich eine heftige Erkältung zugezogen und wurde nun vom Fieber, aber zugleich von der größten Angſt wegen ſeines Hundes gequält, welchen er zwei ganze Tage nicht geſehen hatte.
Es war ſpät am Abend deſſelben Tags, da Marat ermordet wurde.
Bis in den entlegenen und verſteckten Winkel von Paris, wo der Savoyarde wohnte, hatte das Echo des Gebrülls, welches Marat's Tod hervorrief, ſich noch nicht den Weg zu bahnen vermocht.
Der junge Savoyarde war eingeſchlafen und träumte, daß ſein treuer Hund wieder komme, aber verwundet und blutig.
Mit jenem Gefühl von Qual, welches ein widriger Traum immer erzeugt, erwachte der Savoyarde.
Sein Herz ſchlug unruhig. Er wälzte ſich auf


