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hatte kein anderes Intereſſe, als zu wachen, zu faſten und zu beten.
Der Freiheitsgeiſt, welcher rings um ſie erwachte, zog jedoch Charlottes feurige Einbildungskraft und das Intereſſe ihres lebhaften Sinnes hinweg von den Kloſtermauern und feſſelte deren Gedanken an die Umwälzungen, welche ſich vorbereiteten.
Je älter ſie wurde, deſto klarer ſtand es vor ihrem Innern, daß ſie ſich über ihren Beruf getäuſcht hatte, wenn ſie eine Zeit lang der Meinung geweſen war, derſelbe beſtehe darin, ſich als Nonne begraben zu laſſen.
Genug, als das Kloſter aufgehoben wurde und Charlotte die Freiſtätte, welche ſie in der Abtei aux Pames gefunden hatte, verließ, war ſie genöthigt, wieder in die Welt hinauszutreten.
Die eine ihrer Schweſtern war geſtorben, die andere kehrte nach Argentan zurück, um ihrem Vater abzuwarten, Charlotte fand eine Heimath bei einer Verwandten, Madame de Bretteville zu Caen.
Sechs Jahre waren vergangen, ſeitdem Charlotte das arme Vaterhaus mit dem Kloſter vertauſcht hatte, welches ſie nun verließ, um die abgeſchiedene Lebens⸗ weiſe bei ihrer alten Tante fortzuſetzen, deren Tage ſtill und unbemerkt, einer dem andern vollkommen gleich, dahinfloſſen.
Die Erinnerung an den Savoyarden und ſeinen Hund war erbleicht. 1
Größere und weitumfaſſendere Ideen beſchäftig⸗ ten die Seele des jungen Mädchens.


