Teil eines Werkes 
5. Band (1865) Pauline / von Marie Sophie Schwartz ; aus dem Schwedischen von Dr. Otto gen. Reventlow
Entstehung
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Haben wir Barmherzigkeit gegen den Nächſten geübt, Andern Freude bereitet, die Thränen des Schmerzes und Kummers getrocknet und Kraft dem Leidenden gebracht, ſo liegt die daraus fließende Ge⸗ nugthuung nicht blos in dem Augenblick, ſondern faſt noch mehr in der Erinnerung, daß wir nach unſerem Maße mit einem wenn auch unbedeutenden Scherflein zu dem Glück und Frieden eines Menſchen beige⸗ tragen haben.

Wir blicken dabei nicht mit Stolz, nicht mit einem Gefühl von Bewunderung auf uns ſelbſt, ſon⸗ dern mit einem eigenthümlichen Wohlbehagen, der⸗ gleichen man bei allem Guten hier in der Welt empfindet, und wir rechnen ſolche Augenblicke zu den ſchönſten in unſerem Leben.

Charlotte dachte oft und gern an den kleinen Savoyarden und ſeinen Hund. Sie vermißte den letztern; aber es war ihr eine theure Erinnerung, wenn ſie ſich die Freude vergegenwärtigte, welche der Savoyarde empfand, als er ſeinen getreuen Begleiter wieder gefunden hatte.

Sie war dreizehn Jahre alt, als ſie aus der dürftigen Heimath in das Kloſter überſiedelte.

Das Kloſterleben mit ſeinem Frieden und ſeinen frommen Gewohnheiten brachte Anfangs eine eigen⸗ thümliche Wirkung auf die Seele des jungen frühge⸗ reiften Mädchens hervor.

Sie verſank in eine ſtille Träumerei und wiegte ſich ſelbſt in den Gedanken ein, daß ſie hier ſey, um ihr Leben dem Dienſte des Höchſten zu weihen, und