190
Lufthauch Erfriſchung gab, daß Marie bei der ſchrecklichen Gluth fuͤhlte, es ſei ihrer Schwaͤche einige Ruhe unentbehrlich.. Sie war in einem engen Thale, das aus kleinen, nur mit Haide bewachſenen Erhoͤhun⸗ gen beſtand, wo kein einziger Baum ihr Schat⸗ ten gewaͤhren konnte. So ging ſie denn auf einen ihr bekannten einzeln ſtehenden Fels zu; er lag in der Mitte des Thals und enthielt eine Grotte, in der in friedlichen Zeiten ein Einſied⸗ ler gewohnt, den aber jetzt die Furcht vertrieben. Nur einige Heiligen⸗Bilder waren von aller Geraͤthſchaft noch vorhanden, und Dieſe erweck⸗ ten Mariens Aerger, da ihr Glaube ſie fuͤr ſuͤnd⸗ lich erklaͤrte. Das tiefe Schweigen rings um ſie her ließ ſie hoffen, hier ohne Gefahr einige Stunden ruhen zu koͤnnen, doch unterſuchte ſie vorher mit großer Behutſamkeit das Innere der Hoͤhle. Sie entſchlief; aber in unruhigen Traͤu⸗ men umgaben ſie Bilder der Schlachten, des Jammers, von denen ſie endlich ſogar erweckt ward, und mit großem Schrecken bemerkte ſie die Wirklichkeit ihrer Traͤume und in einiger


