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Vereinzelte Blitze zuckten noch ohnmächtig am nächtig dunkeln Horizonte und ſchwach grollender Don⸗
ner pollte längs der bedächtig ſchleichenden Linde ent⸗
lang. Am weitgeöffneten Fenſter ſeines Wohnzimmers in Sternheim ſaß Baron Lothar Sternenkron; ein an⸗
genehmer Luftzug wehte durch's Zimmer und indem der
Baron gierig die erfriſchte und erfriſchende Nachtluft
einſog, ſchickte er ſeine Gedanken hinaus in die Welt,
von der er ſich entfernt fühlte. e
Baron Sternenkron war nicht der Weltweiſe, um ſein Vaterland an den Schuhſohlen mitzunehmen. Seine Welt war da, worer glänzen konnte. Während er ſo am offenen Fenſter ſitzt und in die ruhiger werdende Mitternacht hinausträumt, tauchen allmählig die Bilder entſchwundener Jahre im verſchönenden
Lichte der Vergangenheit vor ſeinem inneren Auge
wieder auf und reihen ſich zum vielfach verſchlungenen
Kranze. Reichner, Stürme im Waſſerglas. III. 3 1


