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„Mein Herr,“ ſprach ſie und fand wieder die Kraft, ihren Mund nobel zuzuſpitzen,„zwiſchen uns hat nun⸗ mehr das Gericht zu entſcheiden. Sich um die Hand eines Mädchens bewerben, während man ſchon eine Frau beſitzt, iſt ein Verſuch zum Verbrechen der Bigamie.— Wenn ich ſo ſchwach bin und nicht ſogleich zum Ge⸗ richt gehe, um Sie dort als abſcheulichen Verbrecher anzuklagen, ſo hat das ſeinen Grund in der Sorge um die Ruhe und die Zukunft meines Kindes.— Noch will ich die Hoffnung nicht aufgeben, daß Sie ſelbſt das Entſetzliche Ihres Verbrechens einſehen und verabſcheuen lernen; der Weg zur Rückkehr ſteht Ihnen noch offen, ſo lange ich ſchweige.— Ich will Ihnen dieſes Opfer bringen. Löſen Sie das verbrecheriſche Band, das Sie mit jener Perſon verknüpft, die Sie Ihre„Frau“ nennen, und ich will Sie alsdann ver⸗ geſſend und verzeihend als meinen Sohn anerkennen und an der Seite Apollonia's wird Ihnen dann ein neues, reineres Glück erblühen.“
Nach dieſer höchſt ſchwungvollen Rede, welche Aegidius widerſpruchslos über ſich ergehen ließ, ſchritt
Frau Graf zur Thüre.
„Sie haben bis morgen Zeit ſich zu bedenken,“ ſprach ſie und ging hochaufgerichtet davon.
„Der Teufel ſoll mich holen, wenn ich noch länger in dem verfl— Neſte bleibe,“ rief entſetzt Aegidius, als er allein war,„iſt denn dieſes ganze Volk toll geworden. Da werfen ſie Einem ja Liebſchaften und Verlobungen an den Hals, daß man ſich nur als fin⸗


