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hatte Emil alle Scheu verloren, ja es war ihm, als
ob ſeino Beziehungen zu der ſchönen Apollonia ſchon vom älteſten Datum wären. Der große Zauberer Zufall hatte, zwar etwas ſchmerzhaft, aber in der dadene erzielten Wirkung außerordentlich förderlich und günſtig hier Hülfe geleiſtet.
Spät in der Nacht nach dem Unfalle hatte Apol⸗ lonia den Geliebten verlaſſen, um ſich zu Bett zu be⸗ geben. Die dumme Fränzi war beordert worden, an⸗ ſtatt des Fräuleins bei dem Kranken zu wachen und namentlich dafür zu ſorgen, daß er immer friſche kalte Umſchläge auf der luxirten Stelle habe. Die dumme Fränzi hatte aber natürlich nichts Wichtigeres zu thun, als ſich in den vor Emil's Bett geſchobenen Großvaterſtuhl des Herrn Chorregenten Graf zu ſetzen dort einzuſchlafen, ſo daß es lichter Morgen war,
ls ſie dazu kam, den dritten kalten Umſchlag auszu⸗ iinden und ihn Emil zu reichen. Natürlich hatte dieſe Vernachläſſigung für den Patienten nicht gerade gute Folgen, die Geſchwulſt ani Entzündung hatten ſich gemehrt und es waren Bl utantzichungen an der betreffenden Stelle nöthig. Das? Verſäumniß Fränzi's hatte ſonach eine für Lni erſt fatale, dann aber wiederum angenehme Folg e, letzteres inſofern nämlich, daß die Dienſte Fränzi's Bals Krankenwärterin nicht mehr in Anſpruch genommen wurden, ſondern daß in die Pflege des Kranken, ſo lange derſelbe einer ſolchen unausgeſetzt benöthigt war, nur mehr Frau und Fräulein Graf ſich theilen zu wollen erklärten, wobei Letztere zumeiſt die Stunden vor Mitternacht und bis
Reichner, Stürme im Waſſerglas. II. 9 II


