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werden darf, ſo hat ſie doch jedenfalls in ihrer erſten Hälfte ganz unzweifelhaft Recht. Iſt bei einer Luxa⸗ tion ſofort ein Arzt zur Hand, der die erforderliche Hilfe leiſtet, ſo iſt das Uebel im Handumdrehen re⸗ parirt und der Patient kommt mit einer Viertelſtunde Schmerz beim Einrenken und einem halben Monat Schonung des betreffenden Gliedes davon. Wenn es nun auch allerdings am Beſten geweſen wäre, das luxirte Bein von Emil gleich am Turnplatze einzu⸗ renken, ſo war das doch nicht möglich, aus dem ein— fachen Grunde, weil der Lindenheimer Turnverein ge⸗ rade ſo nachläſſig war, wie alle 1 Collegen und bei ſeinen Uebungen und Ausrückungen für die An⸗ weſenheit eines Chirurgen nicht zu ſorgen pflegte, ob⸗ wohl ein ſolcher— und wenn's nur ein leidlich brauch⸗ barer Bader geweſen wäre— jedenfalls nothwendiger und nützlicher geweſen ſein würde, als eine bunte Fahne. Da nun auch überdem der Regen, welcher bisher in Form einzelner großer Tropfen ſeine Vorboten vor⸗ ausgeſchickt hatte, loszubrechen begann, ſo mußte man ſich wohl oder übel entſchließen, den bei jeder Berüh⸗ rung ſeines Beins vor Schmerz zuckenden Emil auf die von Wacker herbeicitinte Tragbahre, auf welche ein weiches Lager improviſirt worden war, zu legen und ihn ſo nach der Graf'ſchen Wohnung zu transportiren. Apollonia war dahin bereits vorausgeeilt; ſie hatte den Weg unter dem beginnenden Regen, unbekümmert um die Möglichkeit einer ſichzuzuziehenden Erkältung, wohl aber unter tiefem Bedauern über die unausbleib⸗ liche Ruinirung ihrer weißen Atlasſchuhe, zu Fuß zurückgelegt.—.


