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„Nachdem Sie ſie mir nun ſelber geſagt,“ geſtand Aegedius,„muß ich ſo ehrlich ſein, Ihnen zu ſagen, daß ich ſie bereits wußte, der Rittmeiſter ſprach's ganz unumwunden vorgeſtern Abend aus.“
„Es wird ihm wohl lieb geweſen ſein, dazu eine Gelegenheit gefunden zu haben,“ ſprach das Fräulein, „was er aber nicht geſagt haben wird, iſt: wer die Dame geweſen. Es war Niemand Anderes als: ich ſelber.“
„Ah,“ rief Aegidius,„jetzt begreife ich erſt recht die Wuth des Rittmeiſters. Dieſer Aſſeſſor iſt ja ein ganz infamer Kerl.“
„Wir warten auf unſere Zeit, mein Lieber,“ ver⸗ ſicherte die Sängerin,„und auch ſie wird kommen.“
„Amen,“ ſchloß Aegidius,„und wenn Sie mich dazu nöthig haben, ſo verfügen Sie über mich.“
Das Band, das den Baron Sternenkron mit der Sängerin Leontine Levasco verknüpfte, war geſellſchaft⸗ lich allerdings kein legales. Die Braut, die einen längern Beſuch im Hausweſen des künftigen Gatten macht, bricht mit der Sitte und ſtellt ſich auf einen iſolirten Standpunkt. Im vorliegenden Falle hatte aber eine andere Beurtheilung Platz zu greifen. Die Verhältniſſe lagen hier anders: als junger flotter Cavallerieoffizier war Baron Sternenkron der erklärte Geliebte der damals am Kunſthimmel als Novize auf⸗ tauchenden Leontine geweſen, welche ſich in Folge deſſen einmal„veranlaßt ſah, einige Zeit in Zurückgezogen⸗ heit zu leben.“ Anfänglich hatte der Baron auch nicht im Entfernteſten daran gedacht, die niedliche Sängerin


