„Freilich, freilich.“
„Ganz ſo, wie ich dazumal, als ich von der Fremde kam,“ beſtätigte Herz.„Aber— nichts für ungut, lieber Herr Keller, was für eine Profeſſion haben Sie denn eigentlich?“
„Ich bin Muſikant,“ antwortete Aegidius kleinlaut.
„So, ſo,“ machte Herz,„nun es iſt zu Zeiten ein ganz gutes Geſchäft; bei Hochzeiten, Tanzmuſiken, Leichen und Kirchweihen, auch bei den Jahrmärkten fällt immerhin ein gutes Stück Geld ab;— was ſpielen Sie denn eigentlich?“
„O ich ſpiele verſchiedene Inſtrumente,“ verſicherte Aegidius,„auch Klavier.“
„Ei, ei,“ ſprach da der Hutmacher,„da ſind Sie ja ſo geſchickt wie unſer Lehrer Lunger oder gar wie der Chorregent ſelber.“
„Ich will's nicht läugnen, Herr Herz, daß ich mich bemüht habe, mich für ſo einen Poſten auszubilden.“
„Potz tauſend,“ rief da auf einmal der Meiſter und ſchlug freundſchaftlich den jungen Mann derb auf die Achſel,„jetzt geht mir ein Licht auf; Sie ſind ein Schwerenöther—“
„Herr Herz,“ wehrte mit affectirter Beſcheidenheit Aegidius ab.
„Ja, ja, ich merke ſchon— der Regent Graf wird alt und kann nicht ewig auf ſeinem Poſten bleiben, er hat zudem eine nette Tochter, die einen Mann braucht: da kommt nun der Herr Keller heim von der Wanderſchaft, macht ſich ran und— ſchwupp— ehe ein Vierteljahr um iſt, hat er das Mädel und


