Teil eines Werkes 
2. Band (1875)
Entstehung
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handen. Was dann? Würde in Lindenheim irgend ein Einwohner darum eine Einbuße an Gottesdienſt leiden? Würden die übrigen Geiſtlichen des Städtchens nicht noch überreiflich genügen, um allem religiöſen Bedürfniß an Predigten, Meſſen, Beichte u. ſ. w. ge⸗ recht zu werden? Streiche heute das Benefizium und den Benefiziaten aus der Welt weg und morgen wird keine Menſchenſeele mit Ausnahme einiger alter Betſchweſtern, die den Kirchenbeſuch als Profeſſion betreiben mehr daran denken, daß ſie jemals exiſtirt haben. Und eine Vermehrung ſolcher in der Art verfehlter Exiſtenzen ſoll ich durch eine Stiftung noch eigens vorſätzlich herbeiführen? Das hieße ja ſo⸗ viel wie gegen unſern Herrgott die Fauſt ballen und das darf ich nicht, wenn ſchon er mich mit der un⸗ glückſeligen Erbſchaftsgeſchichte ſchwer geprüft hat.

Wäre es aber nicht das Einfachſte, ſich gar nicht ſo viel Gedanken zu machen, was dermaleinſt mit dieſem Gelde geſchehen wird? Die Welt iſt ja ſo voll Noth und Jammer, daß man gar oft recht tüchtig helfen möchte, wenn man nur immer ſo könnte. Da kommt dann der Herr Benefiziat Kölblich und macht ſeinen Schrank auf, oder wenn Jemand ſo recht im Elend ſitzt und ſich nicht mehr zu helfen weiß, ſo wandert er in's Benefiziatenhaus, wo ihm, wenn er's verdient, auch geholfen wird. Iſt das nichts?

Dummer Junge, polterte der Alte gutmüthig und ſo vergnügt lächelnd als es ſeinen ſonſt ſo harten Zügen noch möglich war,ich rede ja nicht von jetzt, wo ich meine Augen noch offen habe; aber ſpäter, her⸗