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Erſtes Kapitel.
Ein Erbe in Nöthen.
Als Aegidius Keller am Morgen nach dem Linden⸗ imer Fahnenfeſt der Turner in ſeinem Zimmer auf er„Poſt. erwachte, war er gar nicht ſo recht mit ſich zufrieden. Er hatte doch in ſeinem vergangenen Leben im Allgemeinen und in ſeiner Künſtlerlaufbahn im Beſonderen ſchon ſo manchen Tag„verbummelt“ und doch hatte ihn noch keiner je ſo gereut, wie der geſtrige.
„Das kommt von dem verfl— kleinen Neſt her,“ predigte er ſich ſelber vor,„kaum hat man mit der Naſenſpitze in ſo ein Poſemukel hineingerochen, ſo iſt man ſelber ſchon angeſteckt. Was ging mich geſtern dieſer ganze Brimborium an? Was hatte ich da draußen auf dem Turnplatz zu ſchaffen? Ich bin ja doch kein
hei de
Turner und zum Feuerlöſchen anders als mit dem
Glas in der Hand habe ich meines Wiſſens denn doch auch nie Neigung verſpürt.— Aber nein,— da muß mich der Satan reitenz daß ich hinausgehe, draußen womöglich noch ein Skandälchen mit irgend einem Lindenheimer Don Juan— der feiſte Kerl ſah gerade
Reichner, Stürme im Waſſerglas. II. 1


