Teil eines Werkes 
1. Band (1875)
Entstehung
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Emil Mohl war einer der beſten Turner ſeines Vereins und bot daher ſeine ganze Gewandtheit auf, um das Anſehen deſſelben hier zu erhalten. Schon hatte er mehrere der ſchwierigſten Evolutionen unter mehrfachemBravo der Umſtehenden gemacht, als er auf der Reckſtange ſitzend und ſich anſchickend mit dem ſogenanntenRieſenſchwung ſeine Produc⸗ tion zu endigen Fräulein Apollonia Graf erblickte, welche eben im Begriffe ſtand, ſich von Herrn Cäſar Hohl ein Umſchlagetuch um die Schultern legen zu laſſen, offenbar um ſich zu entfernen.

Schon bisher, während er geturnt hatte, war ihm aufgefallen, daß Apollonig von ihm ſe durchaus gar nicht in auszeichnendem Grade Notiz genommen hatte. Sie hatte mit nicht mehr Zeichen de Beifalls bei ſeinen ausgeführten Turnkünſten zugeſehen, wie bei Anderen und wenn er das auch bis jetzt ſchmerzlich empfunden hatte, ſo hatteé er es doch mit der noth⸗ wendigen Reſerve entſchuldigt, welche die ihm in ihrem Feſtputze heute doppelt ſchöne, aber auch doppelt ſchwer erreichbare Apollonia beobachten mußte. Aber als ſie jetzt mit Cäſar Hohl, dem Manne, der für das ſchöne Geſchlecht ſo empfänglich war, wie Emil ſo gut wußte wie die ganze Hauptſtadt, ſo freundlich lächelnd plau⸗ derte und es ganz gutwillig duldete, daß Hohl beim Umlegen des Shawls ſeinen Arm um ihre Taille legte, da erwachte in dem armen Turner das Gefühl der Eiferſucht und nicht viel hätte gefehlt, ſo wäre er dem Paare, das eben jetzt die Treppe der Tribüne herab⸗ ſtieg, nachgelaufen.