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damen aber am hellen Tage hatte etwas unſagbar Abſtoßendes, förmlich Katzenjammerhaftes, es war wie ein Maskenball um Mittag, wie eine geſchminkte Theater⸗ fratze im Sonnenlicht. Von der erwarteten Wirkung des von den Turnern aus Noth inſcenirten Ulkes ging darum nur die eine, freilich momentan die wich⸗ tigſte, in Erfüllung: die Jungfrauen waren da.
Vorſichtig, daß ſie den weißatlasbeſchuhten Fuß nicht in Berührung mit dem feuchten Fußboden bringe, ſprang Fräulein Apollonia Graf aus dem Wagen nach den Treppenſtufen der Tribüne. Sie machte ein ſehr vornehmes Geſicht, die wohlconſervirte Jungfrau; es ſchmeichelte ihrer Eitelkeit gar ſehr, daß Alles, ein⸗ ſchließlich des Bürgermeiſters und ſeiner Räthe, auf ſie, die Krone des Feſtes, hatte warten müſſen. Folg⸗ lich war ſie doch die Hauptperſon.
Schnell eine Liederſtrophe, in Erwartung des Kom⸗ menden gräulich falſch geſungen, und die erſt Rappel⸗
dann Froſch'ſchen Verſe, ſchwungvoll geſprochen von der Königin des Feſtes, wogten über die athemlos lauſchende Verſammlung. Ja, Fräulein Graf verſtand es zu declamiren, ſie malte nur al fresco, gewiſſer⸗ maßen nur mit Schattenſtrichen, begeiſtert ſtand ſie neben der jetzt entblößten Fahne, wie weiland Johanna d'Arc und apoſtrophirte die Turnerſchaar:
So laßt die Fahne fröhlich wallen,
Die Euch geweiht der Frauen Hand ec. und ſchloß endlich unter dem beifälligen Murmeln der Anweſenden. Nur Beifall nämlich konnte dieſes Ge⸗ murmel ausdrücken ſollen, denn ſicher hatte in der


