260 WAAAAN
gen aus, ohne ſich den ſcharfen Blicken der Graͤfin zu verrathen. Nur RNudolph hatte lange ſchon bemerkt, wie ihre Herzen zuſam⸗ menſtimmten, und da er ſelbſt Emma mit wilder Leidenſchaft liebte, hatte er einen toͤdt⸗ lichen Haß auf Otto geworfen und laͤngſt eine Gelegenheit geſucht, ihn oͤffentlich recht bitter. zu kraͤnken und ſeine Entfernung aus dem Schloſſe zu bewirken. So hatte er auch heu⸗ te, ſchon am fruͤhen Morgen, Otto's Vor⸗ haben, dem Feſtkinde insgeheim eine Freude zu bereiten, erlauſcht, und vollbrachte, durch
Eiferſucht und Nache angetrieben, das Bu⸗ 3
benſtuͤck, indem er durch Wegnahme der Lei⸗ ter den Armen in augenſcheinliche Todesgefahr ſtuͤrzte.
Ddie Graͤfin durchſchaute jetzt den ganzen Vorfall und fuͤhlte ſich im Mutterherzen tief verwundet, wenn ſie der Bosheit ihres Soh⸗ nes gedachte; deshalb ließ ſie ihm auch den Befehl zukommen, nicht eher wieder vor ih⸗ ren Augen zu erſcheinen, bis ſie es ſelbſt be⸗
gehren wuͤrde. Dann ſchickte ſie Emma auf ihr Zimmer und ließ Otto rufen, der, nach


