Teil eines Werkes 
3. Bändchen (1830)
Entstehung
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43 Wm

betruͤgen! Marie iſt ſchuldlos— wie waͤre ſie auch ſolcher Suͤnde faͤhig?— Die Alte ſpricht ja irre, und ihre tollen Reden ſollten mein Vertrauen wankend machen? Die Rache gab ihr die ſchaͤndliche Verlaͤumdung ein! Hat mir die Alte nicht ſchon laͤngſt den offnen Krieg angekuͤndigt? Verfolgen will ſie mich— Zwietracht will ſie in unſre Herzen ban⸗ nen— Gott ſchuͤtze uns vor ihrem boͤſen Spiel!«—

Er rief ſich jetzt alle die ſeligen Stunden zuruͤck, die Mariens reine Liebe ihm geboten; er gedachte aller Beweiſe ihrer Tugend, ih⸗ rer Treue, und ſuchte ſo die Zweifel zu unter⸗ druͤcken, die ihre heimliche Entfernung von Elſendorf in ſeiner Abweſenheit, ihr geheim⸗ nißvolles Weſen ſeit ihrer Ruͤckkehr, in ſeiner Bruſt erzeugt. Doch waͤhrend die Bilder der Erinnerung, die ihm Mariens Liebe vorzau⸗ berte, ſchon einer ſanften Ruhe Einzug ge⸗ ſtatteten in ſein bewegtes Gemuͤth, ſtieg auch im dunkeln Spiegel der Vergangenheit Gretchens Schatten drohend empor, mit dem bleichen Todtengeſichte und den halboffnen