e
KMWWUMWNN
die tiefen Falten ſichtber, wo es unterm Kinn zur Schleife war gefuͤgt worden. Noch ſtand er bebend vor dem ſchrecklichen Ver⸗ dachte, der ſich bereits in ihm zu regen be⸗ gann; da kam ihm, wie in finſtrer Nacht ein Lichtſtrahl, der Gedanke, daß vielleicht durch Zufall dieſer ſtumme Verraͤther eines Sproͤßlings ſich hierher verirrt haben koͤnn⸗ te, was ja bei der faſt zahlloſen Nachkom⸗ menſchaft der naͤchſten Nachbarn Mariens leicht moͤglich war. Deshalb bemuͤhte er ſich auch, den haͤßlichen Verdacht zu unter⸗ druͤcken, und als ſie jetzt ins Zimmer trat, zwar ſichtbar uͤberraſcht durch ſeine unver⸗ muthete Gegenwart, doch ſchnell gefaßt und freundlich ihm entgegen kam, im Ausdruck ihrer Geſichtszuͤge ſtillverhaltene Freude, da vergaß er ſchnell alle Zweifel an ihrer Liebe und Treue, reichte ihr beide Haͤnde zu⸗ gleich, und begnuͤgte ſich, ſtatt ſtrenger Un⸗ terſuchung, bald laͤchelnd ihr ins Auge, bald fragend nach dem Kinderhaͤubchen zu blik⸗ ken.
0*


