len, und feſt ruhte ihr Auge jetzt auf dem bleichen Angeſichte des Knieenden, der den er⸗ ſtarrten Leichnam noch feſt in ſeinen Armen hielt.
„Anton!« ſchrie ſie laut, mit dem Ausdruk⸗ ke des Entſetzens, und ſchaudernd verbarg ſie wieder ihr Antlitz mit der zitternden Hand.
„Moͤrder!“ hallte es dumpf und leiſe von ſeinen Lippen wieder, indem er den Ermorde⸗ ten aus ſeinen Armen gleiten ließ, ſich kraft⸗ los vom Boden erhob und wankend im Zim⸗ mer auf und nieder ſchritt. Zuweilen blieb er ſtehen und blickte ſcheu und duͤſter auf den Leichnam; ſeine vor wenigen Minuten bis aufs Hoͤchſte geſpannte Kraft ſchien durch die graͤßliche That gebrochen, denn kaum war er noch faͤhig, ſich aufrecht zu erhalten, keinen Gedanken, keinen feſten Entſchluß vermochte er zu faſſen, und ein faſt kindiſcher Kleinmuth hatte ſeine Seele erfuͤllt. Da unterbrach das aͤngſtliche Schweigen ein lauter, wiederholter Hoͤrnerruf und Trommelſchlag, welcher von der Stadt her auß der Heerſtraße immer naͤher zu
kommen ſchien; auch wurden in dem Hauptge⸗


