Die anweſenden Räthe hatten mit Theil⸗ nahme Johanus Rede gelauſcht, und ihr Blick hing jetzt erwartungsvoll an Guſtavs Antlitze, der mit ernſter Miene den fernſtehen⸗ den Tyſte zu ſich winkte. Der Jüngling beug⸗ te ſeine Kniee vor dem Könige, welcher jetzt im ſtrengen Tone zu ihm ſprach:
„Du fehlteſt dreifach junger Mann! Ohne 8 mein Vorwiſſen entzogſt Du Dich meinen Dien⸗ ſten, ohne ihres Baters Willen ſchloſſeſt Du ein feſtes Liebesbündniß mit der Jungfrau und ohne Recht füͤhrteſt Du ſie mit Gewalt aus den Kloſtermanern. Dein Leben wäre ver⸗ wirkt, wollte ich jetzt richten nach dem Buch⸗ ſtaben des Geſetzes; doch mein Herz iſt nicht ſo kalt, als der todte Buchſtabe, und obwohl es noch bis jetzt für Frauenliebe nicht erglü⸗ hete, ſchlägt es doch heiß für Menſchenwohl. Und weil Du jetzt freiwillig heimgekehrt und meinem Urtheile Dich unterworfen haſt, ſo ſcheinſt Du meiner Gnade mir nicht unwerth. Ein redlicher Mann bekennt ſich ſeines Feh⸗ r Thl. 13


