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Nacht: Dein Kind iſt angeſteckt vom Peſthan⸗ che der Abtrünnigen! Soll ich zur Grube fah⸗ ren mit dem ſchmerzlichen Gedanken: Du ſieh'ſt einſt dort im Himmel, wo der Vater weilt, Dein einziges Kind nicht wieder; die Ketzerilt iſt für die Ewigkeit dem dunkeln Abgrunde ver⸗
fallen, wo keine Gnade iſt und kein Erbarmen!“
„Ich? eine Ketzerin?“ verſetzte Richeſſa lachend.„Ei, wie kannſt Du doch ſo hart mich ſchelten in Deinem Zorn? Was trieb ich denn bis jetzt für Ketzerei?— Ich verſorgte die Flüchtlinge, die unſern Schutz begehrten,
mit Allem, was ihnen Noth that zu ihrem
Unterhalte und hörte oft— ich leugne es nicht— mit Wohlgefallen die Worte des guten Oheims, die freilich mir wie eine neue Lehre klangen und doch ſo alte recht gediegene Wahrheit nur enthielten. Deshalb kam mir's doch nie⸗ mals in den Sinn vom Glauben meiner Vä⸗ ter mich zu wenden und Dich, mein Mütter⸗ chen, ſo gar entſetzlich zu betrüben. Ich laſſe Jedem ſeinen Glauben. Ich bin nicht ſo ge⸗
lehrt, zu gruͤbeln wer am meiſten irre geht
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und wandle meinen Weg mit leichtem Sinn


