Teil eines Werkes 
2. Band (1818)
Entstehung
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zaͤhlte. Hoͤren Sie. Sie ließ mich geſtern nach Tiſche rufen; ich fand ſie im Pavillon, wo ſie dies geſchmackvolle Bad nur neulich

erſt hatte anlegen laſſen. Ich glaubte in ein

Feenſchloß verſetzt zu ſeyn; die mit Weinreben und Jaſmin verwachſenen Fenſter ſchufen ein angenehmes Dunkel; ein Duft, als waͤre er von der ganzen Natur erborgt, ſtroͤmte mir entgegen, die Sonnenſtralen ſchienen ermuͤdet von dem Beſtreben ſich durch das Laubwerk zu draͤngen und ſie lag auf einem Ruhebette ganz in eine roſenfarb⸗ſeidne Dekke gehuͤllt. Ich fuͤhlte ein wonniges Beben durch alle Glieder, der Uebergang von der Schwuͤle, die im Freien ſelbſt die Luft in ein zitterndes Wal⸗ len geſetzt hatte, zu der ſanften Kuͤhlung, die hier herrſchte, ſchwellte meine Adern. Ich wußte nicht, ob ich umkehren oder ſtehen blei⸗ ben ſollte. Es war, als wenn ein zauberiſcher Hauch mich vorwaͤrts wehte. Ein leiſer Wind⸗ ſtoß drang durch einen offenen Fenſterfluͤgel, in deſſen Naͤhe ich eben ſtand, wuͤhlte den Puder aus einer meiner fliegenden Locken; ich ſchauerte vom Wirbel bis zum Fuß, meine Wangen gluͤhten, mein Herz klopfte in jagen⸗ den Schlagen, meine Nerven zuckten. Immer