Sie legen die Fragen zu nah an's Gewiſſen. Sie blicken mich ſo ernſt, ſo forſchend an. Schonen Sie meiner! Ich kann ſo ſelten reden, wie ich empfinde, daß ich, wenn ich's kann, zu offen mich dem hingebe, den ich theilnehmend gegen Ungluͤckliche finde.
Ihr Zoͤgern, ihre ſchuͤchterne Zuruͤckhaltung erhoͤht ihren Charakter, Julie!— Maͤdchen,— das beim erſten Blick ich liebte, köͤnnen Sie durch dieſen Haͤndedruck errathen, was fuͤr ein Geſtaͤndniß aus meiner Seele zu den Lippen ſich draͤngt, und nicht in ſeiner Waͤrme und Fuͤlle heraorſtroͤmen kann, weil Worte zu ſchwach ſind es auszudruͤcken?— Julie! lieben Sie mich?——.
(Erröthend) Wenn ich's nun nicht leugnete, was wuͤrde Ihnen ein Herz helfen, das ſchon fruͤh durch Leiden niedergebeugt wurde. O an meiner Seite ſoll Heiterkeit es erfuͤl⸗ len! Die kleinſte meiner Handlungen ſoll Be⸗ ruhigung deſſelben zur Abſicht haben. Nun dann!——
Sie ſank in meine Arme und der Bund war
geſchloſſen.
Aber, Ludwig, ſagte ſie, dn haſt weder Amt noch Brod!*


