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ſie mißmuthig, und erweckte den Wunſch in
ihr, ihre Aeltern verlaſſen zu können. Ich glaubte alſo, daß es mir wenig Muͤhe koſten
wuͤrde, ſie zur Flucht aus dem vaͤterlichen Hauſe zu bereden. Ich machte einen Verſuch, ich
ſagte, daß ich ſie bei einer vornehmen Herrſchaft als Kammerjungfer anbringen wollte, und malte ihr dieſen Stand ſo reizend, daß ſie bald einwilligte. Wir ſtahlen ihren Aeltern das
kleine Vermögen, das ſie ſich erworben hatten,
und noch andere Sachen von Werth, und fuͤhr⸗ ten einſt in der Nacht unſern Entſchluß aus.
Ich nahm meinen Weg mit ihr nach Hochfels,
weil ich eine große volkreiche Stadt zu der Ab⸗
ſicht, die ich hatte, am bequemſten hielt. Wir mietheten uns ein Logis, gaben uns fuͤr Putz⸗
macherinnen aus, und nahmen Beſuche von jungen Herren an. Die Sache wurde bekannt, Lottchen gefiel, und wir hatten unſer reichliches Auskommen. In kurzer Zeit ſah man uns, wenn wir ausgingen, fuͤr Frauenzimmer von Stande an. Mit unſrer Tracht und der Meub⸗ lirung unſrer Zimmer ſtieg auch der Preis der Gunſtbezeugungen. Ich ſuchte noch mehr Maͤd⸗ chen an mich zu locken, und formirte bald ein vöͤlliges Bordell, das ſo in Anſehen kam, daß


